Das Herz

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Das Herz, welches unseren gesamten Körper rund um die Uhr mit Blut versorgt, ist direkt hinter unserem Brustbein, zwischen der 2. und 5. Rippe zu finden. Dort liegt es zwischen den beiden Lungenflügeln mit der Herzspitze nach links unten.

Das Herz stellt einen Hohlmuskel dar und besteht aus einer linken sowie einer rechten Hälfte, welche durch eine Scheidewand voneinander getrennt wird. Jede der beiden Herzhälften hat je einen Vorhof sowie eine größere Kammer, zwischen Vorhof und Kammer sowie am Ausgang der Kammern befindet sich je eine Herzklappe zur Steuerung des Blutflusses, diese wirken als Rückschlagventile und lassen den Blutfluss nur in eine Richtung zu. Das Herz eines Erwachsenen schlägt bei leichten Tätigkeiten ca. 60 - 80 Mal pro Minute.

Diagram of the human heart (cropped) de.svg
Von Jakov - own work created in Inkscape, based on image by Yaddah, CC BY-SA 3.0, $3

 

Aufbau der Herzwand

 

Das Herz ist ein Muskel, doch besteht er aus verschiedenen Schichten. Den größten Teil der Herzwand bildet der Herzmuskel oder Myokard (Lat. myocardium), die Herzmuskulatur wird außen vom Epikard (Lat. epicardium) und innen von der Herzinnenhaut (Lat. Endokard)  umgeben. Das gesamte Herz ist vom Herzbeutel, dem Perikard umschlossen, zwischen diesem und dem Epikard liegt ein seriöser Spalt, die Perikardhöhle.

 

herzmuskel1

Die Steuerung des Herzens

 

Die Herzaktion wird durch spezialisierte Herzmuskelzellen, die spontan selbst Aktionspotenziale auslösen können gesteuert. Sie werden als Erregungs-Bildungssystem bezeichnet. Die Weiterleitung des Impulses auf die die eigentliche Arbeitsmuskulatur erfolgt über Gap Junctions, über spezialisierte Herzmuskelfasern und nicht über Nervenfasern. Gap Junctions sind Ansammlungen von Zell-Zell Kanälen, welche die Zellmembranen zweier benachbarter Zellen durchqueren, daher verbinden Sie das Cytoplasma zweier Zellen direkt miteinander. Die Anpassung der Herzmuskeltätigkeit an kurzfristige Blutdruckschwankungen erfolgt über den Frank-Starling-Mechanismus (Wikipedia) in der Herzmuskulatur selbst. Diese Anpassung an wechselnde körperliche Aktivitäten wir über das Kreislaufzentrum im Stammhirn und das vegetative Nervensystem gesteuert und geschieht ebenfalls unabhängig vom Willen des Menschen.

 

 

Erregungs-Bildungs und Erregungs-Leitungssystem

 

Das Erregungs-Leitungssystem des Herzens leitet die elektrischen Signale weiter, welches die Pumptätigkeit des Herzens regulieren. Der Grundrhythmus dieser Impulse entsteht durch das Erregungs-Bildungssystem. Das Erregungs-Bildungssystem sowie das Erregungs-Leitungsysystem des Herzens bestehen aus spezialisierten Herzmuskelzellen.

 

Erregungs-Bildungssystem:

 

Primärer Impulsgeber (Schrittmacher) des Herzens ist der Sinusknoten. Der Sinusknoten erzeugt elektrische Impulse. Auf Grund seiner Lage im rechten Vorhof, erfolgt die elektrische Erregung und somit auch die Kontraktion der Muskelzellen vom rechten Vorhof aus, sie nimmt zwischen Oberer Hohlvene und rechtem Herzohr ihren Ursprung und breitet sich über beide Vorhöfe aus und erreicht dann über den AV-Knoten in der Ventilebene die Kammern.

Pro Minute gehen vom Sinus-Knoten etwa 70 bis 80 Erregungen aus.

Der zweite Schrittmacher des Herzens ist der Atrioventrikularknoten oder kurz AV-Knoten, dieser liegt zwischen dem rechten und linken Vorhof an der Grenze zu den Herzkammern. Im Falle eines Ausfalls des Sinusknotens kann der AV-Knoten als sekundärer Schrittmacher Impulse geben und die Arbeit des Sinusknotens übernehmen, allerdings mit einer deutlich niedrigeren Frequenz.

Der AV-Knoten kann 40 bis 50 Erregungen pro Minute erzeugen.

 

 

 

Erregungs-Leitungssystem:

 

Erregungen werden vom AV-Knoten weiter bis zum His-Bündel (nach Wilhelm His) geleitet. Auch das His-Bündel hat einen Eigenrhythmus und kann 20 bis 30 Erregungen pro Minute initialisieren. Somit kann das His-Bündel als tertiärer Schrittmacher des Herzens eine Backup-Funktion für den AV-Knoten übernehmen.

Der gemeinsame Stamm des His-Bündels (Lat. Truncus Fasciculi Atrioventricularis) teilt sich in drei "Äste" auf: Einen Rechten und einen Linken Tawara Schenkel (nach Sunao Tawara) die sich für die rechte und linke Kammer aufteilen, wobei sich der linke Tawara Schenkel zwei teilt in einen linkes vorderes Bündel und ein linkes hinteres Bündel. An der Herzspitze teilen sich die Schenkel weiter in Purkinje-Fasern (nach Jan Evangelista Purkinje) aus. Sie stellen die letzten Leitstrecken des Erregungsleitungssystems dar. Die Purkinje-Fasern verlaufen bis zur Herzspitze, drehen dort um und enden direkt unter dem Endokard in der Arbeitsmuskulatur.

Ist die Erregungsleitung in einem der Schenkel unterbrochen, heißt das "Schenkelblock

 

 1 - Sinusknoten

2 - AV-Knoten

Reizleitungssystem 1.png
Von J. Heuser - self made, based upon Image:Heart anterior view coronal section.jpg by Patrick J. Lynch (Patrick J. Lynch; illustrator; C. Carl Jaffe; MD; cardiologist Yale University Center for Advanced Instructional Media ), CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1686121

Reiz und Erregung:

Ein Reiz welcher sich z.B. durch Wärme, Druck, Schmerz etc. äußert ist eine Einwirkung von außen die z.B. in der Haut durch Sinneszellen (Rezeptoren) aufgenommen wird und an nachgeschalteten Nervenzellen elektrische Impulse bewirkt, welche als Erregung bezeichnet werden.

Die Erregungsbildung im Herzen und Erregungsweiterleitung durch die Fasern des Erregungs-Leitungssystems benötigen jedoch keine Reize, die Fasern leiten ausschließlich elektrische Impulse weiter, nicht den Reiz selbst.

Quellen:

 

https://www.online-trainer-lizenz.de/b-lizenz
https://de.wikipedia.org/wiki/Atrioventrikularknoten
https://de.wikipedia.org/wiki/Erregungsleitungssystem
http://www.sportunterricht.de/lksport/hkssystem1.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Herz
https://de.wikipedia.org/wiki/Herz#Wandschichten
https://de.wikipedia.org/wiki/Erregungsleitungssystem
Lehrbuch der Sportmedizin 4.3.1.2 Herz

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